Sayaw - Formen

 

Einleitung Sayaw - Form

Im Eskrima gibt es verschiedene Vorführungen, ähnlich den Katas in japanischen Kampfsportarten. Die geläufigen Bezeichnungen auf den Philippinen hierfür sind: Anyo, Sayaw, Hanay, Karanza oder einfach nur Form.

Die Sayaws bestehen aus einer Vielzahl von aufeinander folgenden Techniken, die hintereinander vorgeführt werden. Sayaws können in schneller Abfolge zum Aufwärmen oder langsam zum Meditieren durchgeführt werden. Mit Hilfe von Sayaws können Techniken alleine wiederholt werden, um sich kontinuierlich mit der Materie des Stockkampfes auseinanderzusetzen, auch wenn kein bothoan oder Partner in der Nähe ist. Sayaws können überall durchgeführt werden. Bei Sayaws werden Reflexe, Schlagtechniken, Fußarbeit, Kraft und Taktiken gegen mehrere Angreifer trainiert und die Konzentration gefördert.

Schüler trainieren durch diese Übungen, sich gegen zwei oder mehrere imaginäre Gegner zu verteidigen, wobei das Zusammenfließen von Schlagkombinationen, Sprüngen und Drehungen, schwierigster Fußarbeit, Handtechniken, Wirbeltechniken und Atemtechnik den besonderen Reiz ausmacht.

Arten von Sayaw - Formen

Es gibt verschiedene Arten von Sayaws:

  • Einzelstock (Schwert, Machete)
  • Doppelstock
  • Espada y daga (sämtliche Techniken mit einem längeren Gegen¬stand und einem kürzerem, z. B. Schwert und Messer oder Schwert und Kurzstock)
  • Langstock (Speer, Hellebarde, Kette, etc.)

Diese können folgendermaßen vorgeführt werden

  • Allein
  • Synchron in Teams zu zweit
  • zu dritt
  • oder mit mehreren.

Dabei können Musik vom CD, Trommeln oder sonstige rhythmischen Geräusche eingesetzt werden.

 

Sayaw Wettkampf und Ausrüstung

  1. Die Wettkampfzone soll eben sein und kann aus jeglichem Material bestehen; die Abmessung der Wettkampfzone soll nicht weniger als 8 Meter und nicht mehr als 9 Meter betragen. Die Fläche soll quadratisch sein.
  2. Die Teilnehmer dürfen jede Art von Trainingsuniform oder dezente Kostüme tragen oder was immer die Sayaw benötigt. Teilnehmer mit langen Haaren müssen ihr Haar so befestigen, daß es ihre Vorstellung nicht behindert.
  3. Die Teilnehmer können entweder einen oder zwei Stöcke (Olisi) benutzen oder Schwert und Dolch (Espada y Daga) oder ein philippinisches Langschwert oder Kurzschwert (Kris, Kampilan, Pinuti, Barong, etc.)

Wettkampf und Kriterien

  1. Die Vorführung darf zwei Minuten nicht überschreiten.
  2. Der Wettkampf ist eine offene „Form" mit folgenden Kriterien:
    - Die Vorführung muß einige Grundbewegungen aus dem Arnis Escrima Kali beinhalten.
    - 80 °/o der Bewegungen müssen den Stock (Olisi) betonen.
    - Die Fußbewegung soll am Anfangspunkt oder in unmittelbarer Nähe enden.
  3. Beim Betreten der Wettkampfzone muß der Vorführende seinen Namen nennen, das Land, welches er vertritt, den Club und den vorzuführenden Stil.
  4. Die Begrüßung (Yuko) muß vom Vorführenden vor und nach der Vorführung erkennbar ausgeführt werden.
  5. Ein Teilnehmer darf die Matte erst verlassen, nachdem die Wertung bekannt gegeben wurde.

Bewertung der Vorführung

  1. Die Vorführung wird von 5 Punktrichtern bewertet. Kein Richter darf in einem Wettbewerb richten, an dem sein Team teilnimmt.
  2. SayawDie Grundlage für die Bewertung der Sayaw sind folgende Kriterien:

    ANMUT
    - Handhabung der Olisi.
    - Fußarbeit und Stellung.
    - Gleichgewicht und Haltung.
    - Körper und Handbewegung.

    KRAFT
    - Atmung (Inhalation und Exhalation).
    - Ausführung der Schläge, z. B. Winkel, Linien, Zonen.
    - Dynamische Spannung.

    AUSDRUCK
    - Präzision der Bewegungen, z. B. Beenden der Vorführung am Ausgangspunkt und Ausnutzung der gesamten Fläche.
    - Uniform, Kostüm, Stammestrachten oder Hilfsmittel, die in Verbindung zum Amis Escrima Kali stehen.
    - Musik u. ä. kann verwendet werden.

Wichtig! Akrobatik, Gymnastik und Bewegungen, die keine Relevanz im Eskrima haben, gehen nicht in die Wertung ein.

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