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Berichte
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2011
  Zeitungsartikel über Doce Pares Schaumburg - Gegen diese Kriegskunst waren Spanier machtlos


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Heeßen (sig). Das war ein ungewöhnliches Bild: Eine Sporthalle voll mit Menschen, die gemeinsam trainieren, mit Stöcken aufeinander los zu gehen. Schnell wurde deutlich,
dass sich darunter zahlreiche Taekwondo-Sportler befanden– zu erkennen an den weißen Wettkampf- und
Trainingsanzügen und an ihren Gurten. Eine größere Teilnehmerschar war allerdings schwarz-rot gekleidet. Und das hatte man hier bislang noch nicht gesehen.

Gegen diese Kriegskunst waren Spanier machtlos Der Sportwart des TSV Bad Eilsen, Dr. Stefan
Fischinger, sorgte für Aufklärung: Das war ein Lehrgang, der mit japanischen Kampfsportarten wie
Taekwondo, Judo oder Jiu-Jitsu nichts zu tun hatte. Eher vielleicht etwas mit Kendo, denn dort werden
auch Stöcke geschwungen; allerdings tragen die Kämpfer da eine etwas martialisch aussehende
Kleidung mit vergittertem Kopfschutz.

Bei den Übungen, die die Besucher hier zu sehen bekamen, stand dem mit einem Stock bewaffneten
"Angreifer" jedoch ein Kontrahent mit bloßen Händen gegenüber und sollte dessen Schläge abwehren oder durch schnelles Reagieren möglichst ganz verhindern. Marc Ebeling aus Nienstädt versorgte die Redaktion mit einer Presseinformation, aus der hervorging, dass sich diese erstmals in Heeßen geübte neue Sportart "Eskrima" nennt. Sie kommt von den Philippinen. Der geschickte Umgang mit den Stöcken sei einst eine Kriegskunst gewesen, mit deren Hilfe die Philippinos Anfang des 16. Jahrhunderts die Spanier in die Flucht geschlagen hätten.

Verschiedene Großmeister des Inselstaates hatten sich 1932 zusammengetan und aus den verschiedenen Kampfformen mit Stock und Messer, aber auch aus den waffenlosen Techniken, das "Doce-Pares-Eskrima" entwickelt. Dabei steht die Selbstverteidigung im Vordergrund.

Das inzwischen weltweit verbreitete Konzept stammt von dem Holländer Frans Stroeven. Der deutsche Verband besteht erst seit zehn Jahren und richtet anlässlich des ersten Jubiläums im November in Bielefeld die Europameisterschaften aus. In der ostwestfälischen Stadt ist Hubert Mayr zu Hause, der Präsident und Cheftrainer des jungen deutschen Verbandes. Er hat seine Ausbildung auf den Philippinen erhalten und berichtete uns, dass es derzeit in Deutschland bereits zahlreiche Schulungszentren gebe,
in denen Doce-Pares-Eskrima unterricht werde. Dazu gehört auch die Kasa-Kampfkunst- Akademie in Stadthagen, in der Marc Ebeling als Trainer tätig ist.

Den ersten Lehrgang in der Heeßer Sporthalle hatte Ebeling mit Wolfgang Falk vereinbart, der die Taekwondo-Abteilung des TSV Bad Eilsen leitet. Beide vertraten die Auffassung, dass es hier durchaus Fortsetzungen geben kann, nachdem schon das erste Angebot so ein positives Echo gefunden hatte. Die rund 50 Teilnehmer kamen nicht nur aus dem Schaumburger Land, sondern auch aus Bielefeld, Holzminden und aus dem Osnabrücker Raum, darunter sogar einige Frauen.


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